Das Zhanzhuang

Die Standmeditation Zhanzhuang (gesprochen Dshandshuang) war fester Bestandteil der inneren Kampfkünste, bis man feststellte, wie gut diese Übungen auch für die Gesundheit sind. Und so wurde aus der Standmeditation ein eigenes Übungssystem. Im heutigen China wird Yangsheng Zhuang / Zhanzhuang in Krankenhäusern u.a. gegen Bluthochdruck, Arthritis und Beschwerden von Lunge, Kreislauf und Nervensystem eingesetzt.


Von außen sieht Yangsheng Zhuang / Zhanzhuang einfach aus (deshalb unterschätzen viele die Stand-Meditation), aber im Inneren beginnen sich Körper und Geist zu verändern und der Körper wird für die inneren (und auch für die äußeren) Kampfkünste bestens vorbereitet.
Die "Nicht-Bewegung", die in den inneren Kampfkünsten eine so große Rolle spielt, wird vom Körper hier gelernt - sowie sich optimal auszurichten - scheinbar ohne Bewegung.


Durch das Praktizieren durchläuft unser Körper und Atem, unser Geist und unser Bewusstsein sowie unsere Lebensenergie eine tiefgreifende Regulation. Diese Regulation können wir in allen Qigong Methoden und inneren Kampfkünsten wiederfinden. Die Stehübung vereinigt den Körper mit dem Geist und macht sie zu einem ausgewogenen Kraftfeld. Daraus entsteht ein Zustand tiefgehender Ruhe und Entspannung sowie starker Vitalität und ermöglicht es z.B in der Kampfkunstanwendung, unmittelbar, kraftvoll und spontan zu handeln, ohne dabei auf einstudierte Techniken angewiesen zu sein.


Mit dem Üben von Zhanzhuang beginnt ein ganzheitlicher Transformationsprozess, der für viele anfangs eine 'Jammerphase' beinhaltet. Zu Beginn wird auf der Ebene von Knochen-Sehnen-Muskeln geübt. Das heißt: Die Haltung und Ausrichtung des Skelettsystems wird verändert, die Sehnen- und Muskelbelastungen werden eingeübt. Der Übende ist damit beschäftigt, selbst seine Haltung und Spannungen zu regulieren. Er fühlt und lauscht in seinen Körper hinein, um Blockaden zu erkennen und zu lösen. Knochen, Muskeln und Sehnen sind diese korrigierte Haltung aber nicht gewohnt. Oft kommt das alte Haltungsmuster durch, Sehnen und Muskeln zittern, evtl. schmerzen Knochen.


Wird Zhanzhuang regelmäßig geübt, legen sich diese Beschwerden beim Üben wieder. Knochen, Muskeln und Sehnen haben sich an die veränderte Belastung angepasst.


Die drei Schätze Jing, Qi und Shen

Der wesentlichste Aspekt im Yiquan ist die Schulung und Kultivierung des Geistes und der "inneren Kraft".
Dies entwickelt einen Zustand tiefgehender Ruhe und Entspannung, aber dennoch mit starker Vitalität. Yiquan kann als Lernprogramme der gesamten neuro-muskulären Funktionen unseres Bewegungsapparates verstanden werden, für den Motokortex im Gehirn, Muskeln, Nerven, Gelenke und deren Zusammenspiel.


Yiquan vermehrt die „3 Schätze“ Jing, Qi und Shen (Essenz, Energie und Geist). Energie, Blut, Sehnen und Knochen werden revitalisiert und das gesamte Energiesystem reorganisiert. Zudem stärkt die Stehübung den Körper, alle Lebensfunktionen sowie innere (Nei Qi) und äussere (Wai Qi) Energie. Der Qi-Fluß, das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem werden gestärkt. Die Haltemuskular wird trainiert – und je mehr die Haltemuskeln die Arbeit übernehmen, umso leichter fühlt sich der Körper an und umso stärker wird er. Yiquan kann in jedem Alter erlernt und geübt werden.


Das Übungssystem Yiquan beinhaltet

  • Yangsheng Zhuang (Stehen für die Gesundheit, gespr. "Jangscheng Dshuang")
  • Zhanzhuang (s.o.)
  • Jiji Zhuang (Kampfkunst- Stehen, gespr. "Djidji Dshuang")
  • Shili (Kraft kosten, gespr. "Schili")
  • Mocabu (reibender Schritt, gespr. "Motsabu")
  • Tui Shou (schiebende Hände bzw. Push Hands, gespr. "Tjuei Schou")
  • San Shou (Sparring, gespr. "San Schou")